Matthias Pier

deutscher Chemiker; ihm gelang 1923 die erste künstl. Methanol-Herstellung; 1925 stellte er das erste 100-volumenprozentige Autobenzin aus Braunkohlenteer her; zahlr. Patente und über 600 Erfindungen zur katalyt. Druckhydrierung

* 22. Juli 1882 Nackenheim

† 12. September 1965 Heidelberg

Wirken

Matthias Pier wurde am 22. Juli 1882 in dem rheinhessischen Weinort Nackenheim geboren. Er studierte Physik und Chemie und war dann von 1906 bis 1910 Assistent bei Professor Nernst in Berlin, wo er zuerst auf Habers Ammoniak-Synthese stieß und auf seinen Forscherweg gebracht wurde. Schon in dieser Zeit arbeitete P. an der Umwandlung von Wassergas bei hohem Druck. 1907 promovierte er mit einer Arbeit über die spezifische Wärme von Chlor und Wasserdampf, die er nach der Explosionsmethode bestimmte. Ab 1910 arbeitete er in der Zentralstelle Neubabelsberg.

Nach Teilnahme am ersten Weltkrieg kam P. 1920 als Chemiker zu der badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen, um bis zum Jahre 1948 für dieses Werk tätig zu sein. Dort konnte P. seine Versuche mit der katalytischen Hochdruckhydromethode weiter fortführen und 1923 glückte ihm dabei die erste künstliche Herstellung von Methanol.

Als nächste Aufgabe setzte sich P., aus Kohle, Teer und Öl durch katalytische Hydrierung mit Wasserstoff Benzin und andere wertvolle Mineralölprodukte zu gewinnen. Im Jan. 1925 stellte ...